Schlaghosen
Die Schlaghose, die ursprünglich als Berufskleidung der Zimmerleute getragen wurde, gilt als das modische Symbol der Hippie-Bewegung. Nachdem auf dem Woodstock-Festival zahlreiche Besucher diese Hosenform getragen hatten schwappte die Mode schnell auch zu uns nach Deutschland herüber. Von da an dauerte es nicht lange und es trug jeder, aber auch wirklich jeder, Schlaghose. Der Schlag war extra-groß und oft mit bunten Stoffeinsätzen. Kombiniert wurde sie mit bunten, flatternden Blusen und Fellwesten oder etwa T-Shirts, die bei Frauen und Männern eng am Körper saßen. Kurzum: erlaubt war, was gefiel. Das Style wurde zum modischen Symbol der 70er Jahre. Auch die, die im Herzen kein Hippie waren, wurden von der Modewelle ergriffen und mitgerissen. Vom Säugling angefangen bis hin zum gestandenen Mann – die Mode war geprägt vom “Schlag” und sie wurde gern getragen.
Mit den 80er Jahren verschwand diese Mode von der Bildfläche. Die Schlaghose wurde out, veraltet, man kleidete sich zwar auffällig, aber anders, eine andere (Mode)Zeit brach an und ließ die Hippiemode in der Versenkung verschwinden. Die Karotte – eine Hosenform mit breiten, bequemen Oberschenkeln und engen Beinabschlüssen – bestimmte das Bild.
In den 90er Jahre feierte die Schlaghose ihr Comeback. Zuerst wurden sie von der Technoszene wiederentdeckt. Auch hier waren die Schläge extra-weit, bunt, die Mode insgesamt sehr schrill. Die Hosen bestanden (für Techno-Veranstaltungen) aus ausgefallenen Materialien wie beispielsweise Kunstfell. In abgeschwächter Form (zum Beispiel als Jeans- oder Stoffhose) war sie grundlegender Bestandteil der Mode. Jeder trug Schlaghose (auch “boot-cut” Hosen).
Auch in den 2000ern war die Schlaghose fester Bestandteil der Mode. Es gab zwar auch andere Hosenformen wie beispielsweise die Röhre, aber diese konnten die Schlaghose nicht gänzlich von der Bildfläche verdrängen. Sie ist ein fester Bestandteil der Mode, auch in 2010, die sich durch den Retro-Look der 70er Jahre fest in der heutigen Mode verankert hat.