Frisuren der 20er Jahre
Ein Blick in alte Fotos oder Magazine ist stets wie eine Zeitreise. Mode und Frisuren sind mit modernen Zeiten nicht mehr zu vergleichen. Doch wirken etwa die Haartrachten der 20er Jahre noch immer sehr adrett und durchaus modisch. Der Retro-Look schafft auch immer mal wieder ein Comeback und scheint nie völlig auszusterben. Doch welche Frisuren wurden in der 20er Jahren eigentlich getragen?
Modische Trends und Fragen des Styles wurden damals von der aufkommenden Filmindustrie beeinflusst. Die Leinwandstars der 20er Jahre waren ebenso die Trendsetter ihrer Zeit, wie es Angelina Jolie und Brad Pitt für heutige Generationen sind. Ihnen folgten insbesondere in den städtischen Gebieten viele Anhänger, die die Mode von den Leinwänden direkt auf die Straßen mitnahmen.
Bei den Damen ging der Trend damals weg vom langen Haar, das über Jahrzehnte hindurch das modische Frauenbild geprägt hatte. Besonders modisch war seinerzeit der Bubikopf – eine kinnlange Frisur, die mit Scheitel oder Pony getragen wurde. Doch bedurfte es einer Mode-Ikone wie Coco Chanel, die eine solche damals als knabenhaft angesehene Frisur erstmals trug und damit natürlich einen Skandal entfachte.
Wirklich salonfähig wurde der Bubikopf auch erst wenig später, als Louise Brooks ihren grazilen Körper über die Leinwände vieler Stummfilme bewegte und dabei mit ihrem kurzen Haarschnitt eine erhebliche Ausdruckskraft erlangte. Ihr folgten viele Damen verschiedenen Alters, die sich in den Salons insbesondere der Großstädte die Haare abschneiden ließen.
Stets kurz trugen damals auch die Herren ihr Haar. Hier waren es ebensolche Trendsetter wie Charlie Chaplin oder Rudolph Valentino, die unter ihrem meist mit Hüten besetzten Kopf mit reichlich Pomade zu glänzen wussten. Das wirkte durchaus edel und adrett und wurde recht bald von vielen Herren kopiert. Fotos von damals sowie Filmaufnahmen belegen den rasanten Vorstoß beider Moden, der sich Männer wie Frauen ergaben und so den Weg für neue Trends öffneten.