Esoterik und Mode um 1920
Esoterik in den 1920er Jahren
Esoterik gehört zu einer philosophischen Lehre und befasst sich nicht nur mit innerer spiritueller Lebensweisheiten und mystischer Begabung, sondern steht auch für ein breites Sektrum an okkulter Lehre und Praktiken. Einen weiteren populären Zweig der Esoterik findet man in der Astrologie und Sterndeutung. Mit Hilfe von Entspannungsübungen in Einheit mit dem Universum vermittelte man dem Esoteriker zu den Grundzügen des Menschseins zurückzufinden. Ein weiterer Part war die Zeichendeutung, als Lebenshilfslinie. Hierzu nutzen viele auch das Wissen und die Praktiken um Tarotkarten und das Zeremoniell von Magie (Glasrücken auf einem Brett, Geisterbeschwörung). Während die Oberschicht der 1920er Jahren die Charlestonmode bevorzugten und die Herren sich im teuren Zwirn maßgeschneidert gekleidet präsentierten, bahnte sich in diesen Regionen der Schlabberlook an.
Die Mode war entsprechend ausgeprägt und glich der Verhüllung durch grobe lange Kleidung, ähnlich der Hexen früher oder später der lockeren Mode in der Flower Power Zeit der 70ziger Jahre.
Ein Teil dieser Esoterik fällt auf die Vintage der 1920er Jahre, denn auch die Mode geht mit der inneren Einstellung zum Spiritismus. Eine Mode- bzw. Designerrichtung, aus dem frühen 20zigsten Jahrhundert wird als Vintage bezeichnet und steht für Kleidung im Retrolook. Es werden dabei zwei Arten unterschieden, zum Einen bezieht es sich auf den Style von „gebrauchter“ Mode, die durch ausgewaschene Farben, zerrissene Stellen oder künstliche Löcher absichtlich in diesen Zustand gebracht werden (auf alt getrimmt), oder zum Anderen auf eine ältere Kollektion eines bestimmten Designers, welches als zur Zeit wieder „in“ getragen wird. So kommt es vor, dass Prominente in der Öffentlichkeit den Style der 20ziger Jahre präsentieren und auf diese Weise Designer inspirieren Mode im Retrolook zu entwerfen und wieder aufleben zu lassen.