Die Mode der 1910er Jahre
Das Motto der 1910er Jahre lautete „Zurück zur Natur“, was zur Folge die sehr langsame und zögerliche Abschaffung des Korsetts und der Polsterung am Po hatte, denn diese schränkten die Frauen in ihrer Bewegungsfreiheit ein und waren gleichzeitig sehr gesundheitsschädigend. Auch die Emanzipation fand ihren Anfang, sowohl beruflich, als auch in der Modewelt.
Damit kam ein neuer Style in die Welt.
Schon im ersten Jahrzehnt nach der Jahrhundertwende begann die Zeit der „Haute Couture“. Der Begriff stammt aus dem französischen und bedeutet so viel wie „gehobene Schneiderei“. Die Haute Couture wurde und wird nur für den Laufsteg und die Models erschaffen.
Der Style der 1910er Jahre lehnte sich stark an die vorherrschende Kunstepoche an: den Jugendstil. Daher kamen auch die verspielten, feinen Stickereien und Designs der Kleidung. Die Kleider der Frauen in dieser Zeit waren bis zur Hüfte eng anliegend, wurden abwärts weiter und ab den Knien extrem weit und zu Boden fallend. Die Ärmel waren lang und sehr schmal, wodurch die Kostüme äußerst streng wirkten, trotzallem aber die weiblichen Rundungen hervorhoben und unterstrichen. Es wurde auf mehr Eleganz gesetzt. Frau und Mode trafen erstmalig wirklich aufeinander.
Aber auch die Männer blieben von den Veränderungen in der Modewelt nicht verschont. Zur Abendgarderobe wurde für sie der so genannte “Schwalbenschwanz”. Hierbei handelte es sich um eine Art Frack, welcher auf der Rückseite nach unten hin länger wurde und schmal zusammenlief. Dazu wurden ein Frackhemd und, als Accessoires, gerne ein Zylinder und Handschuhe getragen. Tagsüber trugen sie meist graue oder schwarze Anzüge mit steifem Kragen und Krawatte, eine Weste und einen Hut.
Aufgrund der aufstrebenden Industrialisierung wurden mehr und mehr Menschen wohlhabend, wodurch auch das Hobby des Segelns immer mehr in Mode kam. Davon ist die Kindermode dieser Zeit abzuleiten, denn diese belief sich auf Matrosenanzüge in blau und weiß.