PostHeaderIcon Die 54er WM und die Gesellschaft der 50er Jahre

Die Fußball Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz war für West-Deutschland eines der wichtigsten Ereignisse der 50er Jahre. Völlig überraschend gewann die deutsche Mannschaft, die als Außenseiter in das Turnier gegangen war, im Endspiel den Titel gegen die hochfavorisierten Ungarn. Vor allem die Sprüche oder besser gesagt Fußballweisheiten von Trainer Sepp Herberger wie „11 Freunde müsst ihr sein“, „der Ball ist rund“ oder „das Spiel dauert 90 Minuten“ sind legendär.

Im Gegensatz zu den gewonnen Weltmeisterschaften von 1974 und 1990 hatte die WM von 1954 aber weitreichende Folgen für die bundesrepublikanische Gesellschaft. Zum ersten Mal nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg gab es für Deutschland wieder Grund auf seine Leistungen stolz zu sein. In der Folgezeit entwickelten die Deutschen dann auch Stolz auf andere Leistungen wie etwa den Wiederaufbau oder das Wirtschaftswunder.

Die WM von 1954 schaffte es darüber hinaus die deutsche Gesellschaft zu vereinen. Diese war nämlich -entgegen der landläufigen Meinung- alles andere als homogen. Auf der einen Seite stand die Generation der Erwachsenen, die für Nostalgie, Harmonie und Prüderie stand. Entsprechend war auch deren Mode, die sich vornehmlich aus herkömmlichen und traditionellen Kleidungsstücken zusammensetzte. Auf der anderen Seite stand die Jugend, die aus diesem auf Konformität setzenden Milieu ausbrechen wollte. Ihre Mode war eine vollkommen andere. Sie orientierte sich stark an der Jugendkultur der USA, was insbesondere am Tragen von Blue-Jeans, Lederjacke, Pettycoat oder an Friseuren wie der Elvis Tolle und dem Pferdeschwanz deutlich wurde. Die 50er Jahre Mode war also durch Vielfalt gekennzeichnet und machte den Generationenkonflikt deutlich.

Insgesamt stand die 54er Weltmeistermannschaft aber eher auf der Seite der Elterngeneration. Die meisten der Spieler rebellierten nicht gegen herkömmliche Werte, wie sie von Trainer Herberger vertreten wurden. Sie waren in ihrem modischen Auftreten dann auch eher an traditioneller Mode orientiert als an Protagonisten der Jugendkultur wie Elvis oder James Dean.

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